Pretty Face

Gesichtstuning ohne Messer und Skalpell

 

 

Welche der unzähligen sanften Methoden der ästhetischen Medizin machen unser Gesicht und unsere Haut wirklich schön? Welche Therapien sind seriös und wie bekomme ich ein schönes, natürliches Ergebnis? Wer nicht gleich zum Laser oder zum Messer greifen möchte, dem steht eine Vielzahl an Therapien und Möglichkeiten der Verschönerung der Fläche zwischen den beiden Ohren offen. Eine Orientierungshilfe im Dschungel ästhetischer Gesichtsbehandlungen zu Hautpflege, Fruchtsäurebehandlungen und Injektionstherapien.

 

Eine Fernsehmillionärin sitzt auf Ihrer Yacht und ist angespannt. Ihre Haare müssen für den abendlichen Termin zum gemeinsamen Dinner mit einem Geschäftspartner ihres Mannes in Form gebracht werden, denn sie sitzen heute überhaupt nicht. Das Waschen der Haare und das richtige Stylen kann sie mit den vielen Extensions selbst nicht. Zumindest nicht so, dass sie damit zufrieden ist. Nervös tippt sie in ihr Mobiltelefon, flötet ein paar Höflichkeiten und legt mit entspannter und zufriedener Miene kurz darauf wieder auf. Der Lieblingsfrisör und Seelenretter ist verfügbar und wird im Laufe des Tages mit seinen mobilen Gerätschaften zum Haarstyling auf die Yacht kommen.

Betrachtet man sie genauer, so sind es nicht nur die Extensions, die einen Eindruck vermitteln, als wäre sie weit jünger. Auch in ihrem Gesicht wurde beträchtlich nachgeholfen. Die mädchenhaft in Form gespritzten Züge sehen bei der mehr als reifen Frau leicht albern aus. Als Zuschauer beschleicht einen ein unangenehmes Gefühl. So will man doch nicht aussehen! Doch andererseits hier ein bisschen nachhelfen und dort ein Fältchen loswerden – verlockend ist das schon.

In unserer wohlhabenden, westlichen Gesellschaft ist die Makellosigkeit, mit der menschliche Gesichter dargestellt werden ubiquitär. Lassen sich Fotos in Printmedien und im Internet noch zurechtfiltern und photoshoppen so wird doch spätestens im Fernsehen klar, dass bei den gezeigten Schönheiten, Celebrities und Moderatoren nicht mehr alles ganz naturbelassen ist. Das Phänomen, mit dem einige bekannte Größen der Film - und Fernsehszene immer jünger werden ist nicht neu. An der Schönheit, vor allem der der Frauen wurde schon immer manipuliert. Die Eselsmilch der bekannten ägyptischen Herrscherin ist nur ein kleiner Ausschnitt dieser Geschichte. Mittlerweile gibt es eine große Mehrheit in der Bevölkerung, die sich nicht mehr damit abfinden möchte, einen mürrischen Gesichtsausdruck, hängende Wangen oder Augenringe zu haben. Je nach Budget, Bildungsgrad, sozialer, respektive ethnischer Herkunft und dem, was einen selbst am meisten stört, gibt es kaum noch Frauen und auch immer mehr Männer, die nicht schon einmal eine ästhetische Maßnahme haben durchführen lassen.

Schönheit ist somit etwas, das in unserer Gesellschaft einen hohen Status besitzt und als sehr erstrebenswert gilt. So zeigen bestimmte sichtbare ästhetische Maßnahmen einen hohen gesellschaftlichen Status an. Es entsteht leicht der Eindruck, dass die schönste It-Bag und die höchsten und teuersten Heels verschwendetes Geld sind, wenn der Busen zu klein, die Lippen zu schmal und – oh weh – auf der Stirn eine mürrische, tiefe Zornesfalte prangt. Außerdem müssen jugendliche Rundungen der Wangen, unterfütterte Unterlieder und eine makellose, schneeweiße Haut, haarfreie Genitalzonen, Beine, Arme, Oberlippen, etc. darüber Auskunft geben, dass die Person zwar vielleicht schon Ende 30 und darüber ist, aber das jugendliche Äußere einer 16-jährigen hat. Selbstverständlichkeiten wie Extensions, Gel-Nägel, Zahnbleachings etc. hier einmal außen vor.

 

Aber wann genau ist es denn nun zu viel? Wie findet man einen guten Partner, auf dem Weg zu authentischer Schönheit, mit Korrekturen die den eigenen Typ unterstützen, aber nicht lächerlich verzerren?

In fast jeder Arztpraxis finden sich eine Fülle an Möglichkeiten, die frischeres, jüngeres Aussehen garantieren. Die ästhetische Medizin ist eine immer wichtigere und größere Einnahmequelle für niedergelassene Ärzte. Aber längst tummeln sich hier nicht nur Mediziner. Auch Heilpraktiker, Kosmetiker und selbsternannte Therapeuten versuchen mit allen möglichen Anwendungen, die mehr oder weniger großen Nutzen bringen, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Den Facharzt für ästhetische Medizin gibt es nicht, nur den für plastische und ästhetische Chirurgie. Dementsprechend fühlen sich unter den Ärzten verschiedenste Fachgruppen berufen, als Spezialist ästhetischer Medizin tätig zu werden. Neben Dermatologen und den genannten Ärzten für plastische Chirurgie findet man Gynäkologen, Augenärzte, Zahnärzte, Allgemeinmediziner und Internisten. Und das ist keine abschließende Aufzählung. Was das Geschäft mit der Ästhetik so wunderbar macht ist folgendes: Die wenigsten der unter der ästhetischen Medizin zu verstehenden Maßnahmen sind Kassenleistungen. Damit entfällt für die Ärzte der leidige Kostendruck, sie haben eine gewinnbringende Nebeneinnahme, die keiner medizinischen Überprüfung durch die Kassenärztliche Vereinigung unterliegt und die sofort in die eigene Tasche wandert.

Diese Überlegungen vorab sind wichtig, um sich vor Augen zu führen, dass nicht jeder Behandler gut ausgebildet und geübt im Umgang mit den angebotenen Therapien ist. Weiter unten finden Sie eine Orientierungshilfe, ob sie einen guten Behandler gefunden haben. Allerdings stellt sich vorab die Frage, welche Behandlung überhaupt Sinn macht und was man selbst zu Hause tun kann.

Das größte Ziel für ästhetische Korrekturen ist das Gesicht, da es unsere Visitenkarte und unser Aushängeschild ist. Für die Gesichtshaut gibt es viele Therapien und Möglichkeiten der Manipulation um jugendliche Frische zu vermitteln. Um zu verstehen welcher Eingriff in welchem Fall Sinn macht, ist es wichtig zunächst etwas über die Struktur der Haut zu wissen und die Fakten zur Hautalterung zu kennen. Auf der schematischen Darstellung unten sind die wichtigsten Strukturen und Funktionseinheiten der Haut dargestellt:

 

 

Die Haut ist unser größtes und vielseitigstes Organ. Sie hat unzählige Aufgaben im Rahmen von Abgrenzung, Schutz, Isolierung und Kommunikation und dient u.a. dem Stoffwechsel und dem Immunsystem. Von großer Bedeutung ist der pH-Wert der Haut, der sogenannte Säureschutzmantel, der mit 4,5 bis 5,5 je nach Areal im sauren Bereich liegt. Die Dicke der Haut beträgt zwischen 1,5 und 4 mm und ist allein im Gesicht bereits sehr unterschiedlich ausgeprägt. So ist die Haut auf der Nase unter den Augen und am Hals sehr dünn, auf den Wangen aber eher dicker. Auch die Dichte der Schweiß- und Talgdrüsen in der Haut ist sehr unterschiedlich verteilt in den Arealen. Das hat wiederum großen Einfluss auf die zu erwartende Wundheilung. Der Säureschutzmantel, die Hautdicke und die Verteilung der Adnexstrukturen sind daher wichtige Faktoren, die man berücksichtigen muss, wenn man seine Haut gut pflegen möchte oder ästhetische Maßnahmen plant.

Strukturell unterteilt man die Haut grob in drei Schichten. Die oberste Schicht ist die Oberhaut oder Epidermis. Diese wird abgegrenzt von der Basalzellschicht, die stark gefaltet ist und so für Spannkraft sorgt. Außerdem werden von dort nach oben hin neue Hautzellen abgegeben, es ist also für die Hauterneuerung der wichtigste Ort.

Unter der Epidermis liegt die Dermis, hier sind Haarwurzel, Drüsen, Muskel und erste Gefäße lokalisiert. Darunter schließt sich die Unterhaut oder Subkutis an, die größere Gefäße, Nerven, Blutgefäße, Bindegewebe und Fett beinhaltet.

 

Der Alterungsprozess der Haut wiederum verläuft in drei Dimensionen. Das bedeutet, das Gewebe sinkt in die Tiefe ab, es geht Volumen verloren und Spannungszustände der Haut, sowie darunterliegende Knochenstrukturen unterliegen Veränderungen und Umbaumaßnahmen des Körpers und folgen den Gesetzen der Schwerkraft. Dabei gibt es drei Hauptfaktoren, die für das alternde Erscheinungsbild verantwortlich sind.

Zum Ersten verliert die Haut im Laufe des Lebens an Spannkraft und Elastizität. Durch eine Abnahme von Hyaluronsäure im Gewebe mit daraus resultierender verminderter Wasserbindungskapazität werden die Wasserspeicher der Haut immer geringer. Auch Kollagen wird abgebaut und die elastischen Fasern verlieren ihre Spannkraft. Hierdurch kommt es zu oberflächlichen, kleinen Falten. Sichtbar wird dies vor allem im perioralen Bereich, also um den Mund herum und an den Wangen.

Daneben kommt es, zu einem fortschreitenden Abbau des Fettgewebes, hauptsächlich im Wangen-  und Schläfenbereich. Daraus folgt auch ein Absinken des Weichteilmantels, also der Muskulatur und weiteren Fettgewebes.

Zum Dritten findet ein progressiver Knochenabbau statt, vor allem im Bereich der Orbita (der Augenhöhle) und des Ober-und Unterkiefers. Da die Haut durch osteocutane Ligamente mit den Knochen verbunden ist, ergeben sich weitere typische Alterserscheinungen. Die jugendliche, straff konturierte V-Form des Gesichtes transformiert so langsam in eine A-Form mit schlaffen Konturen und breiter Kinnlinie.

 

Was jeder zunächst selbst tun kann, um seine Haut gut zu pflegen und ein frisches Erscheinungsbild zu wahren, ist auf eine gute Hautpflege zu achten. Damit ist nicht der Nivea-Tiegel aus dem Supermarkt gemeint, in den man mit Bakterien an den Händen jeden Tag hineingreift. Im Tiegel selbst fühlen sich diese nämlich sehr wohl, vermehren sich und diese Brutstation an Keimen wird dann über die Lebensdauer des Tiegels - meist mehrere Monate - munter im Gesicht verteilt. Es ist ein Wunder, was unsere Haut alles abwehren kann.

Am besten greift man deshalb zu medizinischer Hautpflege, die an die Bedürfnisse der Haut wirklich angepasst ist. Eine tägliche Reinigung mit einer Waschsubstanz die einen pH-Wert unter 7, am besten aber unter pH 5 hat ist dabei unerlässlich. Gekennzeichnet ist das oft mit „hautneutral“ oder ähnlichen Ausdrücken. Auf keinen Fall sollte man Seife verwenden. Diese ist basisch, der pH liegt also über 7 und macht damit den Eigenschutz der Haut - den Säureschutzmantel - kaputt. Weiterhin wird eine spezielle Pflege benötigt, wenn man unter trockener oder zu fettiger Haut leidet. Spezielle Pflege benötigt auch die empfindliche Haut, hier ist es besonders wichtig, Duftstoffe und Parfum, sowie eine unübersehbare Vielfalt an Wirkstoffen konsequent zu meiden. Das irritiert die empfindliche Haut nur. Die meisten der Wirkstoffe erzielen sowieso keinen Effekt, sondern reizen die Haut nur zusätzlich. Hat die eigene Kosmetikerin, nur eine einzige Linie im Sortiment hat, wird sie mitunter auch sehr tendenziös beraten, auch daran sollte man denken.

Auf keinen Fall sollte das Produkt Mineralöl enthalten (Paraffinum Liquidum), denn dieses zerstört die natürlich Hautbarriere.

Spezielle Areale, wie die Augen oder Lippen, können auch mit reichhaltigerer Pflege verwöhnt werden, soweit gut vertragen. Entscheidend für eine gute Pflege ist übrigens auch nicht der Preis, sondern eine sinnvolle Zusammensetzung. Von Tiegelchen mit Gold und Kaviar, die nicht einmal die genauen Inhaltsstoffe verrate, ist im Zweifel nicht viel zu erwarten, außer eine erhebliche Belastung des Budgets. Bei Zweifeln, ob eine Creme aus dem Drugstore oder der Parfümerie auch gut für die Haut ist, kann der Dermatologe oft seriöser weiter helfen als die Parfümeriefachverkäufer.

Weiterhin gehört tagsüber und ganzjährig ein hochwertiger Sonnenschutz zum A und O der Hautpflege. Es gibt nichts, was so alt und hässlich macht und so viele Altersflecken und Läsionen verursacht, wie die Strahlung der Sonne. Wer es nicht glauben möchte, dem sei dringend empfohlen, sich einmal Bilder mit Stichworten wie „Hautschäden Sonne“ im Internet zu suchen und anzusehen.

Wer konsequent auf einen hochwertigen Sonnenschutz achtet, hat den Großteil für schöne Haut schon selbst beigetragen. Ein liebevoller Umgang mit sich selbst, Schlaf, regelmäßige Entspannung und gutes, hochwertiges Essen sind ebenfalls zuträglich. Soviel zu dem Thema „ich mache viel Yoga und trinke viel Mineralwasser.“

Aber natürlich gibt es auch noch stärker wirksamere Pflegeformen des Gesichtes. Allerdings eine kleine Warnung vorab! Es ist sehr wichtig kritisch zu bleiben, denn es gibt etliche Studien, die zeigen, dass mit steigender Anzahl ästhetischer Eingriffe das Gefühl für das eigene Aussehen verloren geht. Bitten Sie eventuell einen Freund oder eine Freundin, oder eine Person, der Sie wirklich vertrauen und die Ihr Schönheitsideal teilt, Ihnen ehrlich die Meinung zu sagen. Und Ihnen auch zu sagen, wann Sie dabei sind „über das Ziel hinaus zu schießen.“ Viele Menschen, die mit der Ästhetik Geschäfte machen und sich selber behandeln lassen, haben solche Absprachen mit Menschen, denen sie vertrauen. Sie wissen, dass sie irgendwann ihr Spiegelbild nicht mehr realistisch wahrnehmen. Das ist durchaus mit dem Unvermögen von Magersüchtigen zu vergleichen, die ebenfalls nicht mehr sehen, wie erschreckend dünn sie sind.

Kommen wir zurück zu der Frage, wie man eigentlich einen guten Behandler erkennt. Dieser sollte mit Ihnen einen, speziell an ihre Wünsche und Bedürfnisse angepassten Behandlungsplan erstellen. Der Plan sollte aufzeigen, an welcher Stelle Ihres Gesichtes welche Maßnahme mit welchem Erfolg durchgeführt wird. Auch die ungefähren Kosten sollte dieser nennen. Es ist in Ordnung, wenn die Erstellung des Behandlungsplanes etwas kostet. Der Behandler muss Energie und Zeit investieren und das ist nicht umsonst. Ich würde es als Qualitätsmerkmal werten, wenn diese Eingangsberatung vergütet wird und anschließend auf die Gesamtkosten der Behandlung angerechnet wird. Daneben sollte die behandelnde Person Ihnen sympathisch sein und Sie sollten ihr vertrauen. 

 

Fruchtsäurebehandlungen

 

Wer nur einen Frischekick für die Haut wünscht oder ganz an der Oberfläche bleiben möchte, für den ist das Chemical Peel, die sogenannte Fruchtsäurebehandlung das Richtige. Hierbei werden auf die Haut leichte Säuren aufgetragen, die zum einen geeignet sind, den gesunden pH-Wert der Haut wiederherzustellen und zum anderen Verhornungsstörungen und oberflächliche Läsionen der Epidermis zu entfernen.

Erfolgversprechende Resultate gibt es für großporige, fettige, zu Akne neigender Haut, Altershaut mit Verhornungsstörungen (Hyperkeratosen, Pigmentstörungen, Präkanzerosen und Lichtschäden), feinen Fältchen, unregelmäßig pigmentierte Haut, fahlem Hautkolorit und leichten Akne Narben. Die Eindringtiefe eines solchen Peelings in die Haut ist sehr begrenzt. Es gibt stärkere Säuren, die auch tiefer in die Haut eindringen, wie Trichloressigsäure oder tiefe Peelings. Diese Anwendungen sind oft martialisch, schmerzhaft und teilweise giftig. Es sei nicht unbedingt dazu geraten, jedenfalls sollte der Behandler viel Erfahrung haben und nicht nur Dollarzeichen in den Augen, wenn Sie hierzu tendieren.

Noch ein Wort zu Phenol-Peelings. Diese tiefen Peelings, die hochgiftig sind und lange Heilungszeiten haben, sind aufgrund schwerer Komplikationen heute kaum noch üblich. Es gibt zunehmend abgeschwächte Rezepturen, bei denen dieses Zellgift heute wiederverwendet wird. Man sollte sich das sehr genau überlegen. Eine gute Methode ist es, sich die einzelnen Inhaltsstoffe und deren Wirkweise vom Behandler genau erklären zu lassen. So kann man erkennen, ob dieser nur oberflächliches Wissen hat  und reines Gewinnstreben das Ziel der Behandlung ist. Zur Vorsicht sei auch geraten, wenn jemand auf eine gezielte Frage nur ausweichend antwortet. Es ist wenig einleuchtend, warum man Menschen zur Verschönerung mit Chemikalien behandelt, mit denen man im Labor nur unter einem Abzug und mit Handschuhen arbeiten darf. 

Für Behandlungen, die auf eine tiefe Hauterneuerung abzielen, mag eine Kombination aus einer fraktioniert, ablativen CO2 -Laserbehandlung im ersten Schritt und leichten Fruchtsäuren später vorzuziehen sein. Der Laser kommt bis tief in die Dermis und mit der Fruchtsäure nach Abschluss der Laserbehandlung kann der pH-Wert gut eingestellt werden.

Von den oberflächlichen Fruchtsäuren sollten keine Wunder erwartet werden, meist sind mehrere Behandlungen sinnvoll. Die Haut wird hiervon entgegen mancher Auffassung nicht dünner, da sie sich nach einer oftmals einsetzenden Schälung wieder komplett und meist gesünder und unempfindlicher als vorher regeneriert. Das liegt daran, dass die Basalzellschicht angeregt wird und die Zellteilung hier stimuliert wird. Für diese Wirkung ist vorzugsweise die tiefer eindringende Glykolsäure verantwortlich, während eine Salizylsäure eher oberflächlich und schälend wirkt.

Die Maßnahme kann bei allen Ärzten und auch bei Kosmetikerinnen durchgeführt werden. Kosmetikerinnen dürfen allerdings höher konzentrierte Rezepturen nicht erwerben und nur in Anwesenheit (zumindest muss er im Haus sein) eines Arztes durchführen. Es macht also Sinn, diese Behandlung bei einem Arzt oder Heilpraktiker durchführen zu lassen. Schließlich sind die Kosten ähnlich, die Wirkung ist allerdings bei höheren Konzentrationen auch besser. Die Haut muss die Toleranz von Chemical Peels erst üben, das bedeutet, Einwirkzeit und Konzentration werden langsam gesteigert.

Viel schief gehen kann hier eigentlich nicht, auf einige Grundregeln sollte jedoch geachtet werden. Der Behandler darf auf keinen Fall den Raum verlassen, da sich der Patient schnell unwohl fühlen kann, wenn die Säure tiefer eindringt und dann sofort neutralisiert werden muss. Es gibt auch Treatments, die nicht neutralisiert werden, hier kommt es sehr auf die Erfahrung des Therapeuten an. Sollte es doch einmal schweres Frosting (der Ausfall der Proteine der Haut, was eine Schädigung ist) oder gar leichte Verätzungen geben, heilen diese meist entzündungsfrei ab. Es bedarf aber guter Nerven und die Schmerzen sind auch nicht erfreulich. Die Kontraindikationen bei Fruchtsäurebehandlungen schließlich sollten unbedingt beachtet werden, so kann z.B. ein akuter Herpes labialis bei Fruchtsäurebehandlung zu einer Ausbreitung im ganzen Gesicht führen. Sonnenexposition ist strikt zu vermeiden, da hierdurch hässliche Pigmentstörungen entstehen können, von schlimmeren Erkrankungen die die Sonnenstrahlung auf der schutzlosen Haut anrichtet, ganz zu schweigen.

Hier noch einmal der Rat, sich die verwendeten Säuren und die avisierte Wirkung genau erklären zu lassen und darauf zu achten, dass Sie über den Eingriff ausführlich aufgeklärt werden. Das Informationsmaterial zum Nachlesen sollten Sie mit nach Hause nehmen dürfen. Alle Firmen, die diese Säuren anbieten versorgen die Ärzte mit Informationsmaterial für Patienten. Das sollte auch beim Patienten landen. Außerdem sollte man zu Hause Hautpflege mit Fruchtsäuren verwenden, um die Haut zu trainieren. Die Resultate werden dadurch schöner, da Patient und dessen Haut die Treatments  länger durchhalten. Der  Arzt oder Behandler empfiehlt normalerweise gerne sinnvoll ergänzende Pflege.

 

Filler und Botulinumtoxin

 

Eine Steigerung zu den Fruchtsäuren sind die sogenannten Injectibles mit denen Veränderungen im Gesicht auch in drei Dimensionen erreicht werden können. Hier sei noch mal auf den Behandlungsplan hingewiesen. Meist macht es Sinn Behandlungen zu kombinieren. Eine glatte Haut mit wenig Falten sollte trotzdem eine gesunde und rosige Struktur haben, um gut auszusehen. Daher ist es ideal Fruchtsäuren und Injectibles zu kombinieren.

Unterspritzungen gibt es seit mehreren Jahrzehnten. Erst durch die Einführung von resorbierbaren Fillern traten schwere Komplikationen, wie Fremdkörperreaktionen und Granulome (das sind entzündungsbedingte Gewebeneubildungen) die meist als Knötchen sichtbar sind, stark in den Hintergrund. Heutzutage kommen Komplikationen, bezogen auf die Menge der Filleranwendungen nur noch wenig vor. Ursache hierfür sind meist falsche Indikationsstellung und das mangelnde anatomische Verständnis des Behandlers für tiefe Strukturen. Oft ist mit einer kleinen Menge an Hyaluronsäure bereits das gewünschte Ergebnis erzielbar. Anatomische Kenntnisse und Kenntnisse über die Prozesse des Alterns sollten immer die Grundlage der Entscheidung sein, welche Präparate an welcher Stelle und in welcher Menge verwendet werden. Man sollte einen Behandler suchen, der oft und viel spritzt und daneben mit ausführlicher Planung und genauer Beratung punktet. Bei den verwendeten Materialien gibt es zum Teil große Unterschiede und nicht jeder Behandler kann alle auf dem Markt erhältlichen Präparate gut spritzen.

Bei den Fillern spielt die Hyaluronsäure heutzutage die größte Rolle. Sie ist ein in der extrazellulären Matrix der Haut vorkommendes Glykosaminoglykan, eine stark zuckerhaltige Verbindung, die die Hautstruktur und die Hauternährung unterstützt und sich durch eine sehr hohe Fähigkeit Wasser zu binden auszeichnet. Dies führt zu mehr Volumen im Bereich des Gesichtes und einem pralleren und frischeren Aussehen.

Bereits kleine Mengen können hier viel bewirken und den Alterungsprozess optisch um 5–10 Jahre zurückdrehen. Es sind zahlreiche Hyaluronsäure-Produkte am Markt verfügbar und ihr Hauptunterschied liegt in der Hyaluronsäure-Konzentration und dem Grad der Molekülvernetzung. Unvernetzte Hyaluronsäure wird innerhalb von 24 Stunden abgebaut, der Einsatz solcher Präparate ist lediglich einer höheren Einkommenserzielung des Therapeuten geschuldet. Stark vernetzte Hyaluronsäure ist wunderbar für die Konturierung des Gesichtes jedoch in der empfindlichen Augenpartie wenig geeignet. Für die Lippen benötigen Sie wiederum ein stabiles Gel, da diese hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Hier wiederum der Rat, lassen Sie sich erklären, was mit welchem Präparat gemacht wird.

Des Weiteren gibt es Kalziumhydroxylapatit, das ist eine Knochensubstanz, und eine Kombination aus Kalzium und Hyaluronsäure in einer Gel-Matrix aus Zellulose, Wasser und Glyzerin. Durch die Gel-Matrix erhält gibt es sofort nach der Injektion einen Volumeneffekt. Zusätzlich wird vor dem Abbau in der Substanz die Kollagenneubildung angeregt. Im Vergleich zur Hyaluronsäure hat dieser Filler eine wesentlich längere Volumenstabilität und Haltbarkeit. Bei Anwendung in der falschen Region, z. B. oberflächlich im Unterlidbereich, kann es sehr viel schneller zu unerwünschten Ergebnissen kommen, wie sichtbaren und langanhaltenden Schwellungen kommen. Will man diese Filler unbedingt verwenden, ist es im eigenen Interesse unerläßlich, einen darin wirklich geübten Behandler zu haben. Hat dieser Urkunden im Wartezimmer hängen, die darüber Auskunft geben, dass er selbst Schulungen in dieser Anwendung für andere Ärzte oder Heilpraktiker macht, so ist das durchaus ein Vertrauensmerkmal. Daraus kann man schließen, dass der Behandler gut ausgebildet ist. Die Industrie arbeitet nur mit den Besten zusammen, da sie ihre Produkte gut platzieren will und es viele ängstliche Ärzte gibt, die sich gerne von versierten und erfahrenen Kollegen anleiten lassen.

Andere für Filler verwendete Materialien sind z. B. die semipermanente Polymilchsäure, Polyacrylamid oder Polymethylmetacrylat in Kombination mit bovinem (aus Rindern) Kollagen. Aufgrund des sehr hohen Granulomrisikos (z. T.  höher als 13 %) sind diese Mittel mit Vorsicht einzusetzen. Fremdkörperreaktionen, wanderndes Material, Entzündungen und Schmerzen führen dazu, dass diese Materialien teilweise in stundenlangen Operationen entfernt werden müssen. Zurück bleiben dann oft schlimme Narben. Von einer Anwendung ist schlichtweg abzuraten.

 

Botulinumtoxin ist das Toxin des sporenbildenden anaerobischen Bakteriums Clostridium botulinum. Über die Blockade der neuromuskulären Endplatte kommt es zu einer temporären Stilllegung der behandelten Muskelpartien. Kleine Mengen an Botulinumtoxin wirken nur lokal und haben keinerlei Einfluss auf Kreislauf oder die Gesichtsmimik, wenn sie richtig gespritzt werden. Botulinumtoxin wird innerhalb von vier bis sechs Monaten komplett abgebaut, ohne Leber oder Nieren zu belasten.

Zur Unterscheidung der Injectibles und deren Einsatz ist es sehr wichtig noch folgendes zu wissen. Da das Toxin die Nervenübertragungen an den lokal angespritzten Muskel blockiert, ist es nur für mimische Falten sinnvoll. Hyaluronsäure und Filler halten je nach Zusammensetzung und Häufigkeit des Einsatzes etwa 6 Monate bis mehrere Jahre. Sie sind ausschließlich für die Unterfütterung von Falten die durch die natürliche Hautalterung entstanden sind vorgesehen. An Stellen des Gesichtes mit starker mimischer Beanspruchung halten diese Präparate nicht, da sie von der Muskulatur „weggearbeitet“ werden. Hier ist ggf. das Toxin vorzuziehen oder soweit möglich eine Kombination. Manche Heilpraktiker verkaufen ihren Patienten allerdings auch Hyaluroninjektionen in die Zornesfalte oder in andere mimische Falten. Schließlich soll einem der Kunde nicht durch die Lappen gehen nur, weil man das passende Mittel gerade nicht hat oder nicht spritzen darf. Heilpraktiker dürfen Botulinumtoxin nicht erwerben oder verordnen, da es ein Arzneimittel ist. Die Injektion von Hyaluronsäure in die Zornesfalte ist allerdings ein gefährliches Spiel und ein Fehler bei der Injektion kann schlimme und häßliche Folgen haben. Wenn das Überbleibsel dieser Behandlung nur eine dicke Narbe ist, darf man sich glücklich schätzen. Ihr Heilpraktiker wird das im Zweifel aber ganz anders erklären.

 

Das sind nur einige der Stolperfallen, die man kennen sollte, wenn man sich mit sanften Methoden verschönern möchte. Als Patient oder Kunde ist man auf die Kompetenz des Behandlers angewiesen. Hier noch einmal in Kürze die wichtigsten Punkte auf die geachtet werden sollte:

Wie ist der Behandler als Person? Ein grundsätzlicher Sympathiecheck kann helfen zu erkennen, ob man sich wohlfühlen wird, wenn die Person mit er Behandlung im Gesicht anfängt. Sieht er oder sie selbst ansprechend und gepflegt aus und mag man die Art von Schönheit, die der Behandler selbst lebt? So kann man erkennen, ob der Behandler ein ähnliches Schönheitsideal hat. Das wiederum ist wichtig, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

Ist die Praxis oder das Institut sauber? Auch der Zustand der Toilette sagt etwas über die Hygienestandards der Behandlungsräume aus. Dieser alte Pharmareferentengrundsatz klingt zunächst amüsant, aber denkt man weiter, bleibt einem das Lachen oft im Halse stecken.

Nimmt der Behandler sich die nun schon so oft erwähnte Zeit? Werden Fragen geduldig und ausreichend beantwortet und die Kosten beziffert?

Sind diese Punkte erfüllt, spricht vieles dafür, dass man gut aufgehoben ist. Im Zweifel investiert man lieber in einer professionellen Praxis mit gut geschultem Personal ein paar Euro mehr. Die Folgen einer vermurksten Behandlung, die ein unerfahrener oder schlampiger Anfänger fabriziert hat wieder rückgängig zu machen, kann sehr viel kostspieliger sein. Am Ende hat jeder nur ein Gesicht.